Kernkraftwerke können 60 Jahre lang sicher betrieben werden

Kernkraftwerke können 60 Jahre lang sicher betrieben werden


KKW Grohnde

 

Längere Laufzeiten für Kernkraftwerke sind im Ausland längst Normalität. Denn technisch ist ein sicherer Betrieb von 60 Jahren kein Problem.
Ein zentraler Bestandteil der Ausstiegspolitik der damaligen rot-grünen Bundesregierung war die Befristung der Regellaufzeit der bestehenden Kernkraftwerke auf durchschnittlich 32 Jahre. Ursprünglich waren die Betriebsgenehmigungen unbefristet und ausschließlich an die Bedingung eines sicheren Betriebs der Anlage gebunden.

Technisch wurde die politische Entscheidung zur Begrenzung der Laufzeiten nie begründet, wie auch? Erfahrungen aus Forschung und Betrieb haben gezeigt, dass die deutschen Anlagen technisch gesehen 60 Jahre lang sicher Strom erzeugen könnten. Entscheidend dafür ist neben der ursprünglichen Konzeption der Kraftwerke das "Lebensdauer-Management", also die Betriebsweise und Wartung der Anlagen. Wie bei allen technischen Anlagen gilt auch hier: Je besser die Pflege, desto länger die Lebensdauer.

Technisch auf dem Stand von heute
Im Interesse von Sicherheit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit sorgen die Betreiber von Betriebsbeginn an, dass die Anlagen entsprechend der technischen Entwicklung immer auf dem aktuellen Stand gehalten werden: Milliarden wurden bereits in die ständige Nachrüstung und Optimierung investiert. Mit dem Ergebnis, dass selbst Kernkraftwerke, die vor drei Jahrzehnten in Betrieb genommen wurden, die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllen und eine entsprechend hohe Verfügbarkeit aufweisen.

Langzeiterfahrungen und Messreihen über die Jahre hinweg haben gezeigt, dass das Herz der Kernreaktoren, der Reaktordruckbehälter, durch die langen Laufzeiten nichts von seinen Sicherheitseigenschaften einbüßt, was sich am Erschöpfungsgrad ablesen lässt. Auch die Tatsache, dass deutsche Anlagen im internationalen Vergleich seit Jahrzehnten die Spitzenplätze bei der Stromproduktion belegen, ist nicht nur ein Beleg für ihre Leistungsfähigkeit, sondern auch für ihren hohen sicherheitstechnischen Standard.

Ausland setzt auf längere Laufzeiten
Ein Blick ins Ausland, beispielsweise auf andere westeuropäische Staaten und die USA, zeigt, dass sich Deutschland mit seiner derzeit geltenden Laufzeitbefristung isoliert: Frankreich, Großbritannien, Finnland und die Schweiz etwa haben die Gesamtlaufzeit von vornherein nicht befristet. Andere Länder, wie Belgien und Schweden, haben die Kernenergie mittlerweile neu bewertet. Auch die USA und die Niederlande setzen zur Lösung absehbarer energiewirtschaftlicher Probleme auf die längere Nutzung bestehender kerntechnischer Anlagen. So wurde zum Beispiel in den Niederlanden für ein mit deutschen Anlagen vergleichbares Kraftwerk eine Betriebsgenehmigung für 60 Jahre erteilt.