Focus online:
29.7.2010
Atomindustrie dringt auf „15 Jahre plus X“
Eine umfassende betriebswirtschaftliche Analyse aller wesentlichen Klimaschutztechnologien liefert die im September 2007 gemeinsam vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Unternehmensberatung McKinsey & Company veröffentlichte Studie "Kosten und Potenziale der Vermeidung von Treibhausgasemissionen in Deutschland". Sie kommt unter anderem zu dem Schluss, dass eine Vermeidung von mehr als 30 Prozent CO2 bis 2020 nur unter sehr hohem Kostenaufwand zu erreichen ist. Alternativ schlägt die Studie längere Laufzeiten bestehender Kernkraftwerke vor, mit denen sich zusätzlich 90 Millionen Tonnen CO2-Ersparnis pro Jahr erreichen und gleichzeitig die Vermeidungskosten um 4,5 Milliarden Euro pro Jahr verringern ließen.
Abkehr vom Scheuklappendenken
Angesichts der drängenden Klimaprobleme wird das Thema Kernenergie in den verschiedenen Gruppen der Gesellschaft zunehmend pragmatisch und vorurteilsfrei diskutiert. Dies gilt selbst für einstige Gegner der Kernenergie, wie etwa den Greenpeace-Mitbegründer Dr. Patrick Moore. Der Klimaexperte sieht in der Kernkraft heute ein zweckmäßiges Mittel zur Senkung der Treibhausgasemissionen bei gleichzeitiger Deckung der weltweit wachsenden Energienachfrage: "Ich habe erkannt, dass Kernenergie gemeinsam mit einer verstärkten Konzentration auf erneuerbare Energien unverzichtbar ist, wenn es darum geht, in Zukunft eine umweltverträgliche Stromerzeugung für Haushalte, Handel und Industrie bereitzustellen." Kernenergie könne sich als die Schlüssel-Energiequelle erweisen, die unseren Planeten vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels schütze, so Moore.