Das Nuclear-News-Interview John Gilleland: Zum Wanderwellenreaktor
J. Gilleland, R. Michal, E. M. Blake
Der Wanderwellenreaktor (Traveling Wave Reactor) würde seiner Auslegung nach abgereichertes Uran zur Erzeugung gewaltiger Energiemengen nutzen, ohne dass dazu Anreicherungs- und Wiederaufarbeitungsanlagen erforderlich wären. Aus diesem Grund ist auch der Milliardär Bill Gates an dieser Entwicklung interessiert.
TerraPower LLC ist von Intellectual Ventures zur Entwicklung eines Wanderwellen-Kernreaktors gegründet worden, der 100 Jahre ohne Nachladung oder Tausch des bestrahlten Brennstoffs laufen könnte. Wissenschaftlich ist das Konzept bestechend.
Unter der Leitung von John Gilleland von TerraPower hat eine Gruppe von Wissenschaftlern Computersimulationen durchgeführt und arbeitet zurzeit an technischen Studien, die den Nachweis erbracht haben, dass eine langsam durch einen Brennstoffkern wandernde Spaltungswelle im Dauerbetrieb ohne Nachladung eine Milliarde Watt Strom erzeugen könnte. Gilleland merkt an, dass diese neuen Reaktoren das nukleare Abfallaufkommen dadurch verringern könnten, dass die vorhandenen Bestände an abgereichertem Uran als Brennstoff genutzt werden. So führte er aus, dass "die Gewinnung von Energie für Jahrhunderte aus den Abfällen in Anreicherungsanlagen diese Reaktoren von gesellschaftlichen und finanziellen Problemen zu Aktivposten machte."
Gilleland, Mitglied der American Nuclear Society, sprach mit den Nuclear-News-Redakteuren Rick Michal und E. Michael Blake über den Wanderwellenreaktor.