Planung, Berechnung und Innovatives Montagekonzept des Containment Liners für ein AKW

Planung, Berechnung und Innovatives Montagekonzept des Containment Liners für ein AKW

R. Göhring, N. Anders, F. Nagelstutz

Die optimale Auslegung des Containment Liners bezüglich Materialeinsatz, Herstellung und möglichen Errichtungskonzeptes war die Herausforderung des Engineering-Teams der Babcock Noell GmbH. Es wurden die verschiedensten Lastfälle für Betriebszustände und Auslegungsstörfälle sowie schwere Störfälle berechnet. Die besonderen Belastungen an Durchführungen und Ankerplatten wurden analysiert. Die Ergebnisse dieser Analysen fanden ihre Berücksichtigung in der Konstruktion.

Die Baukosten eines AKW werden auch durch seine Bauzeit beeinflusst. Es ist daher notwendig, die Montagezeiten zu optimieren und damit wesentlich zu verkürzen. Eine Möglichkeit wurde durch die Babcock Noell GmbH bei der Errichtung eines Containment Liners aufgezeigt - die Vorfertigung von Liner Ringen mit einer Höhe von bis zu 12 Metern, dem Nenndurchmesser von 47 Metern und einem Gesamtgewicht von bis zu 200 Tonnen auf dem Vormontageplatz. Diese Ringe, wie auch die Containment-Tasse und die Kuppel, werden dann mit einem Schwerlastkran in das Reaktorgebäude gehoben. Dabei werden die Bau- und Montagearbeiten am Reaktorgebäude lediglich 5-mal für die Zeitdauer des Schweißens und Beschichten der Rundnaht (ca. 25 Kalendertage) beeinträchtigt. Gegenüber dem herkömmlichen Konzept der Installation von einzelnen Linerplatten im Reaktorgebäude werden damit mindestens 20 Wochen eingespart.

Es wurde somit ein durchgängiges Konzept von der Planung, über die optimale Fertigung bis hin zur Montage dieser Großkomponente umgesetzt. Es konnte gezeigt werden, dass es möglich ist, den Containment Liner innerhalb des gegebenen Zeitrahmens mit der geforderten Qualität und in den vorgebenden Toleranz zu errichten.