Die Rolle der Uran-Sekundärvorräte bis 2013 und danach
K. Lohrey, F. Aul, R. Kwasny
In diesem Beitrag werden 4 Dimensionen der Sekundärvorräte von Kernbrennstoffen behandelt:
- Die früher geübte Praxis in der westlichen Welt, sich auf Sekundärvorräte zur Ergänzung der Primärvorräte zu stützen.
- Die Verfügbarkeit von Sekundärvorräten von heute bis 2013 und vor allem die weitere Verfügbarkeit von Sekundärvorräten nach Auslaufen der HEU-Vereinbarung 2013.
- Der russische Bedarf an Sekundärvorräten über 2013 hinaus.
- Die globale Nachfrage nach Sekundärvorräten nach 2013.
Die Uranproduktion hat in ihrer Geschichte 3 große Phasen durchlaufen. Der Uranerzabbau fing in industriellem Maßstab schon lange vor dem Einsatz von Uran in kommerziellen Kernkraftwerken an. Die erste Phase, "Uranbeschaffung für Waffen", erstreckte sich von den 1950er-Jahren bis in die frühen 1960er. Von 1975 bis 1980 herrschte eine zweite riesige Welle der Primäruranerzeugung. Die Jahresausbringung der Bergwerke verdoppelte sich auf Grund der sehr hoch gesteckten Ziele zur Errichtung weiterer Kernkraftwerke und verstärkt durch die Ölkrise von 1973. In der dritten Phase ab der Mitte der 1980er-Jahre blieb die Natururanerzeugung in der westlichen Welt weit unter dem tatsächlichen Reaktorbedarf. Das ist bis heute eine einmalige Situation auf einem Weltrohstoffmarkt.
Die Sekundärvorräte haben in jüngster Zeit 30 bis 40% des weltweiten Bedarfs an Kernbrennstoffen gedeckt. Da sich die meisten Sekundärvorräte zu Kosten unterhalb der heutigen Preise für frisches Uran zur Verfügung stellen und zu Reaktorbrennstoff verarbeiten lassen, genießen die Sekundärvorräte weithin Vorrang vor frischem Uran.
Wie sieht es jedoch für die kommenden Jahre mit der Rolle der Sekundärvorräte auf der Welt aus, vor allem nach dem Auslaufen des amerikanisch-russischen HEU-LEU-Abkommens 2013?