Grußworte zur Jahrestagung 2010

Grußwort zur Jahrestagung Kerntechnik 2010 in Berlin
Kerntechnische Gesellschaft e.V.
Der Vorsitzende

H. Bläsig

Zu unserer 41. JAHRESTAGUNG KERNTECHNIK möchte ich Sie im Namen der Kerntechnischen Gesellschaft herzlich willkommen heißen. Die diesjährige Tagung wird erstmals in modifiziertem Format in Berlin stattfinden und die Jahrestagung um den Anspruch der vormaligen Wintertagung erweitern. Mit dem neuen Konzept streben wir eine noch bessere politische und gesellschaftliche Vernetzung sowie eine größere Öffentlichkeitswirkung an. So werden die Veranstalter nach der Mitgliederversammlung der Kerntechnischen Gesellschaft am Vorabend des Plenartages erstmals zu Welcome Reception und Dinner Speech einladen, bei denen wir den Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber, als Tischredner begrüßen können.

Im Rahmen der bewährten Struktur mit Plenartag und Fachsitzungen wird am Plenartag thematisch noch breiter diskutiert und neben der Podiumsdiskussion zum Thema "Erneuerbare Energien und Kernenergie - Wie passt das zusammen?" ein Presseforum mit Medienvertretern angeboten. In der Debatte über Kernenergie stellen wir damit eine Herausforderung der Wende zu einer CO2-armen Energieversorgung zur Diskussion. Mit der Laufzeitverlängerung wird nicht nur über die Kernenergie entschieden, sondern auch über die industrielle Wettbewerbsfähigkeit sowie die sozialen und ökonomischen Kosten der Klimapolitik.

Die Berücksichtigung dieser Aspekte und der Realitäten der Stromversorgung einer bedeutenden Industrienation müssen Ausgangspunkte eines Energiekonzepts sein. Soll es dem gerecht werden, muss es den Ausstieg aus dem Atomausstieg beinhalten. Die Stärken der Kernenergie bei der zuverlässigen Grundlastversorgung zu verlässlichen, wettbewerbsfähigen Kosten bilden die ideale Ergänzung zum Portfolio erneuerbarer Energieträger, deren Bedeutung weiter wachsen wird. Die Kernenergie besitzt auch eine ausgezeichnete Regelfähigkeit und kann somit sehr gut auf die schwankende Erzeugung einiger erneuerbarer Energien reagieren.

Die andere Herausforderung für die Kernenergie in Deutschland ist die Endlagerung. Auch hier bietet der Regierungswechsel die Chance, Blockaden zu überwinden. Die Ankündigungen aus dem Bundesumweltministerium stimmen hoffnungsvoll, dass die Erkundung in Gorleben fortgesetzt werden kann. Damit zeichnet sich ab, die Endlagerthematik in Deutschland in absehbarer Zeit zu lösen und nicht auf kommende Generationen abzuwälzen.

Global erlebt die Kernenergie einen Aufschwung, bei dem Deutschland nicht abseits stehen darf. Umso erfreulicher ist die positive Entwicklung bei Forschungsaktivitäten, Studentenzahlen und Lehrstühlen in der Kerntechnik. Damit werden die Weichen für die Zukunft der Kerntechnik in Deutschland gestellt und es wird wieder möglich, in der internationalen wissenschaftlichen Diskussion die deutsche Stimme gebührend zu Gehör zu bringen.

Die kommenden zwölf Monate sind für die Kernenergie in Deutschland entscheidend. Mit der Erarbeitung eines Energiekonzepts wird wieder die Realität in die Energiepolitik einziehen. Damit bieten sich gute Chancen für die sichere, verlässliche, kostengünstige und CO2-arme Energieversorgung durch Kernkraft in Deutschland. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine interessante und informative Tagung.