Focus online:
29.7.2010
Atomindustrie dringt auf „15 Jahre plus X“
BIBLIS. Brigitte Trolldenier macht nicht gerne viel Aufhebens um ihren Job. "Das ist eine ganz normale Arbeit", meint die Ingenieurin mit Doktortitel bescheiden.
Dabei verantwortet sie mit ihren Kollegen nicht nur anspruchsvolle Großprojekte - gemeinsam bewegen sie auch gewaltige Budgets, um das Kernkraftwerk Biblis stets auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten. So werden im Zuge der aktuellen Revision von Block B allein 90 Millionen Euro in Nachrüstungen und Modernisierungsmaßnahmen fließen. Egal, ob neue Rohrleitungen verlegt, Pumpen ausgetauscht oder elektrische Komponenten erneuert werden müssen: Bei Brigitte Trolldenier und ihren Kollegen laufen alle Fäden zusammen, von der Projektierung über die Genehmigungsplanung bis hin zur Termin- und Kostenkontrolle.
Mit ihrer angenehm ruhigen Art behält sie den Überblick. Den genießt sie übrigens auch nach Feierabend, beim Dressurtraining hoch zu Ross auf ihrer Hannoveraner-Stute "Elfe". "Auch da muss jeder Schritt genau geplant und exakt ausgeführt werden", schmunzelt die Projektleiterin, die im Vorstand ihres Reitvereins für die Finanzen zuständig ist. Ihr berufliches Wissen teilt die gewissenhafte Ingenieurin gerne mit jüngeren Kolleginnen und Kollegen. Mit ihnen trifft sie sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch. "Das ist wichtig bei einem so komplexen Arbeitsgebiet."